23. April 2011

Apples Standortdaten erhitzen die Gemüter

Cupertino (USA) leadspacer8c apple-logoApple zeichnet aus bislang unbekannten Gründen Standortdaten von iPad und iPhone auf. Datenschützer sind alarmiert. Die Jailbreak Gemeinschaft hat inzwischen ein Programm zum Löschen der Datenbank bereitgestellt. Apple hat dazu bislang nicht Stellung genommen.

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Apple zeichnet aus bislang unbekannten Gründen Standortdaten von iPad und iPhone auf. Bekannt geworden ist dies durch einen Artikel von Alasdair Allan und Pete Warden bei O’Reilly. Pete Warden, ehemaliger Apple-Entwickler, hat außerdem ein Programm veröffentlicht, den iPhone Tracker, mit dem jeder Nutzer einfachen Zugriff auf diese Daten erhält.

Wie aus dem Bericht hervorgeht, werden Ortsdaten seit der Einführung von iOS 4 (vor rund einem Jahr) bzw. iOS 3.2 auf den iPad gesammelt. Apple erhebt die geographische Länge und Breite zusammen mit einem Zeitstempel. Dazu greift der iOS-Hintergrunddienst locationd auf Triangulationsdaten der Funkzellen zurück und legt sie in der Datei consolidated.db ab.

Da die Daten unverschlüsselt gespeichert werden, lassen sie sich etwa durch ein Backup auf andere Rechner problemlos auslesen. Dritte können so leicht ein detailliertes Bewegungsprofil ermitteln. Bislang ist nicht bekannt, ob diese Daten zusammen mit Geodaten aus den in iOS-Geräten aktivierten Ortungsdiensten an Apple übermittelt werden. Letzteres läßt sich verhindern, indem der Nutzer die im Auslieferungszustand aktivierten Lokalisierungsdienste in den iOS-Einstellungen abschaltet.


Zwar verfügen die Mobilfunkprovider ungeachtet dessen sowieso bereits über die Standortdaten, doch waren die nur mit richterlicher Anordnung zugänglich. Jetzt liegen dieselben Informationen unverschlüsselt und ungeschützt auf dem Gerät. Das ist datenschutzrechtlich höchst bedenklich.

Der zuständige bayerische Datenschutzbeauftragte Thomas Kranig bat Apple daher um nähere Auskünfte. Auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar und die italienische Datenschutzbehörde verfolgen den Fall.

Unterdessen hat Aktion die Jailbreak Gemeinschaft auf die Meldung reagiert und ein Programm namens Untrackerd bereitgestellt. Damit wird die Ortsdatenbank in regelmäßigen Abständen gelöscht. werden.

Wie Allan und Warden ergänzen, sind sie nicht nur auf GSM-Daten gestoßen. Weitere Datensätze gilt es zu untersuchen. Unter andem hat Allan eine lange Liste von genutzen WLAN Access-Points auf seinem iPhone entdeckt, deren Sinn und Zweck unbekannt ist.

Autor: Peter Ulber
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