<Oslo: Überwachungskamera in der Fußgängerzone (Karl Johans Gate).Wer von Oslo aus mit dem Zug weiterreist, dem werden zudem die vielen Kameras im Hauptbahnhof auffallen. Im Vergleich etwa zu Deutschland stechen diese dem Reisenden zugleich ins Auge. Man kann sie eigentlich gar nicht übersehen, was einerseits an der wenig unauffälligen Form der Kameras als auch an den Orten liegt, wo sie angebracht sind. Das kann an der gewollten Präventivwirkung der Überwachung liegen oder aber lediglich an der allgemeinen Akzeptanz derartiger Kontrollmechanismen.

Insgesamt, so darf man aber aufatmend zusammenfassen, nimmt sich die Kameradichte in Oslo bescheiden aus. Dies dürfte nicht zuletzt an den sehr restriktiven Datenschutzbestimmungen (neues Datenschutzgesetz im April 2000) liegen. Dasselbe behauptet man auch Norwegens Nachbarland Finnland, wenngleich uns dort die Realität eines besseren beziehungsweise schlechteren belehrt.
Helsinki: Überwachungskamera hinter dem Dom nahe der Nationalbank.Hille Koskela weiter: "Kameras gibt es überall: sowohl Vertreter der Exekutive, also die Polizei, wie auch private Sicherheitsdienste, Geschäftsleute usw. bedienen sich der Technologie. Die privat betriebenen Kameras dürften dabei die Zahl der staatlich kontrollierten Kameras bei weitem übertreffen. Die Polizei nutzt die Kameras sowohl für die Verkehrsüberwachung wie zum Zurückdrängen von Kriminalität. In Helsinki gibt es Kameras auch auf den U-Bahn- und Fernbahnhöfen, in Geschäften, Shopping Malls, in Cafés, Behörden und Universitätsgebäuden und sogar in Schulen und Kirchen. Mehr und mehr werden Videokameras auch in privaten Wohngebieten installiert, so dass die Bewohner am eigenen Bildschirm beobachten können, was draußen vor sich geht."
Helsinki: Obskure Variante der finnischen Überwachungskameras.Der häusliche Bereich hingegen, also der Privatraum, geschützt. Aber in den Städten kann jeder Überwachungskameras installieren - egal aus welchem Grund. Interessanterweise gibt es trotz der deutlichen Präsenz der Überwachungskameras bisher so gut wie keine Untersuchungen, ob und inwieweit Videoüberwachung effektiv und sinnvoll ist.
In Schweden wird für eine allgemeine Videoüberwachung im Prinzip die Genehmigung der Provinzialverwaltung benötigt, aber es gibt eine Reihe von Ausnahmen, etwa bezüglich der Überwachung von Postämtern, Banken und Geschäften. Versteckte Videoüberwachung muss von einem Gericht genehmigt werden. Gemäß dem Gesetz über die allgemeine Videoüberwachung kann eine Entscheidung der Provinzialverwaltung vom Justizministerium im Interesse der öffentlichen Sicherheit angefochten werden.
Stockholm: Videoüberwachung am Hauptbahnhof.Videoaufzeichnungen mit Digitalkameras werden als eine Verarbeitung personenbezogener Daten gemäß dem schwedischen Datenschutzgesetz angesehen und fallen somit unter die Aufsicht der Datenschutzbehörde. Seit Ende 2002 prüft eine Untersuchungskommission die Verwendung der Videoüberwachung zur Verbrechensvorbeugung. Unter anderem wird die Kommission das Gesetz über die allgemeine Videoüberwachung bewerten und prüfen, ob Änderungen erforderlich sind. Ferner prüft sie den Geltungsbereich des schwedischen Datenschutzgesetzes im Hinblick auf die Videoüberwachung und den möglichen Bedarf an besonderen Gesetzen für die Verarbeitung personenbezogener Daten im Zusammenhang mit der Videoüberwachung.
Die Videoüberwachung wird insbesondere im Gesetz über allgemeine Videoüberwachung (an öffentlichen Plätzen) und im Gesetz über versteckte Videoüberwachung (bei polizeilichen Ermittlungen) geregelt.
Kopenhagen: Deutsche Technik im Hauptbahnhof, Kamera am Gleis 8.Das Gesetz Nr. 76 vom 1. Februar 2000 enthält entsprechende Anordnungen, welche den Einsatz von Überwachungskameras stark begrenzen. Die restriktive Gesetzgebung wird unter anderem an der Entscheidung der Datenschutzbehörde vom 3. Juni 2002 bezüglich der Videoüberwachung durch eine große Gruppe von Supermärkten und der Liveübertragung aus einer Kneipe in das Internet deutlich. Einzig die umfassende Videoüberwachung am Hauptbahnhof von Kopenhagen könnte den datenschutzverwöhnten Dänen irritieren.
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