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Do, 16. Oktober 2008
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DER GROSSE BRUDER
2000 - 2008
06.05.2006
Diskussion um Netzneutralität
Internet* Die Weiterleitung von Daten ohne Berücksichtigung von Sender und Empfänger steht zur Dispostion. Netzbetreiber in den USA wollen mit der Bevorzugung von Angeboten gegen Bezahlung den Ausbau von Breitbandanschlüssen finanzieren.
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In den USA wird gerade ein Gesetz diskutiert, das es Internetprovidern erlauben würde, gegen Bezahlung die Übertragung von Daten zu beschleunigen, z.B. um den Aufruf bestimmter Websites zu beschleunigen und die Angebote von Wettbewerbern damit indirekt zu benachteiligen.

Die Netzneutralität, also die Weiterleitung der Daten von Sendern zu Empfängern, ohne dass bestimmte Bits bevorzugt behandelt würden, gehört bislang zu den Grundprinzipien des Internet. Insbesondere gehört dazu auch der Austausch von Daten zwischen verschiedenen Teilnetzen. So kann z.B. die Website von AT&T bislang problemlos auch mit einem Internetzugang von Verizon aufgerufen werden, ohne dass die Übertragung der Daten behindert würde.

Nach Meinung von Vinton Cerf, einer der Erfinder des Transmission Control Protocol (TCP), der Basis für viele Internetdienste, sieht gerade in der Netzneutralität einen der wichtigen Gründe für den kommerziellen Erfolg des Internet. Diese Einschätzung hat auch Rechtsprofessor externerLinkLawrence Lessig bei einer Anhörung vor einem Ausschuss des US-Parlaments vertreten.

Insbesondere AT&T und Verizon wollen das Gesetz durchsetzen, da die Firmen die Infrastruktur ausbauen wollen, also mehr Breitbandzugänge zu niedrigeren Preisen zur Verfügung stellen und die Übertragungsraten deutlich erhöhen wollen. Dies ließe sich nur mit Hilfe zusätzlicher Einnahmen bewerkstelligen.

Kritik kommt nicht nur von Netzaktivisten, sondern auch von großen Internetfirmen und Softwareherstellern wie Amazon, eBay, Google und Microsoft. Die Kritiker des Gesetzes sehen darin die Gefahr, dass Monopole über bestimmte Inhalte wie Suchmaschinen und Internethändler entstehen könnten, da die bisher bestehende Trennung von Inhalts- und Zugangsanbietern aufgehoben würde, da keine Konkurrenz mehr zwischen verschiedenen Angeboten herrschen würde.

Außerdem würde auch die Innovation behindert, da neue Angebote keine Möglichkeit mehr hätten, in das dann entstehende System einzudringen, auch kleine Websites hätten de facto keine Chance mehr, aufgerufen zu werden. Es würde also auf eine indirekte Zensur aus wirtschaftlichen Gründen stattfinden.

Die Kosten für den Ausbau der Infrastruktur sollten hingegen über die Kosten für die Zugänge finanziert werden - die Kunden würden diese bei einer Abschaffung der Netzneutralität indirekt über andere Wege sowieso tragen.

-- Thomas Mayer --

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