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Mo, 12. Mai 2008
DER GROSSE BRUDER
2000 - 2006 |
15.10.2007
Big Brother Awards Deutschland 2007
Bielefeld
Am vergangengen Freitag wurden die deutschen Big Brother Awards 2007 in Bielefeld verliehen. Preisträger: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und die Deutsche Bahn AG.
Am Freitag wurde im Rahmen einer großen Gala in der Bielefelder Ravensberger Spinnerei die deutschen Big Brother Awards 2007 verliehen. Die Ergebnisse der Jury um Werner Hülsmann vom
Der Big Brother Award in der Kategorie Arbeitswelt ging an die In der Kategorie Regional verdiente sich die Behörde für Bildung und Sport der Freien und Hansestadt Hamburg den Preis, vertreten durch Alexandra Dinges-Dierig, Senatorin für Bildung und Sport, für die Einrichtung eines Schülerzentralregisters mit dem (Neben-)Zweck, ausländische Familien ohne Aufenthaltserlaubnis aufzuspüren.
Inmitten des Tarifstreits konnte sich die Der Big Brother Award 2007 in der Kategorie Verbraucherschutz geht an die internationalen Hotelketten in Deutschland – Marriott, Hyatt und Intercontinental (stellvertretend für viele weitere) – für die Erfassung und zentrale Speicherung äußerst persönlicher Daten ihrer Gäste ohne deren Wissen. Dazu gehören Trink- und Essgewohnheiten, Pay-TV-Nutzung, Allergien, alle privaten und beruflichen Kontaktadressen, Kreditkartendaten, Sonderwünsche und Beschwerden – alles wird festgehalten.
Der BigBrotherAward in der Kategorie „Technik“ geht an Auch die Politik kam nicht zu kurz: Hier wurde der Bundesminister der Finanzen Peer Steinbrück für die Einführung einer lebenslangen Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID) für alle Einwohnerinnen und Einwohner der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Sie bleibt sogar noch 20 Jahre nach dem Tod erhalten. Der BigBrotherAward 2007 in der Kategorie Kommunikation verdiente sich nach einhelliger Auffassung die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries für den Gesetzentwurf zur Vorratsdatenspeicherung. Mit diesem Gesetzentwurf soll in Deutschland die Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikations-Verbindungsdaten eingeführt werden. Die Justizministerin ignoriert damit bewußt die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, das bereits 1983 im Volkszählungsurteil festgelegt hatte, dass die Sammlung von nicht anonymisierten Daten zu unbestimmten oder noch nicht bestimmbaren Zwecken mit dem Grundgesetz unvereinbar ist. In der Kategorie Behörden und Verwaltung wurde Generalbundesanwältin Monika Harms gleich mit zwei Preisen bedacht. Sie erhielt den Big Brother Award und den diesjährigen Publikumspreis für ihre Antiterror-Maßnahmen gegen Gegner des G8-Gipfels im Mai dieses Jahres, insbesondere für die systematischen Briefkontrollen in Hamburg und die Anordnung, bei Gipfelgegnern Körpergeruchsproben aufzunehmen und zu konservieren. Mit mehr als 500 Nominierungen wurde in diesem Jahr ein Rekord aufgestellt, so daß viele weitere "würdige" Kandidaten leer ausgingen. Hier ist an erster Stelle der Nicht-Preisträger des Jahres 2007 zu nennen: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. Hier befürchtete die Jury mit Augenzwinkern, daß Herr Schäuble diese Auszeichnung fälschlicherweise als Ansporn verstehen könnte. Daher wolle man bis zu seinem Rücktritt warten.
Tadelnde Erwähnung fanden unter anderen das Bundesministerium der Finanzen: Bei seinem Internet-Auftritt wird der Aufruf jeder Seite, jede Suche, jede Bestellung von Broschüren usw. protokolliert. So weit, so normal. Weniger normal ist, dass die Daten bei Google landen: Das Finanzministerium nutzt den Dienst "Google-Analytics", um Informationen über die Webseiten-Besucher zu sammeln und auszuwerten. Google speichert diese Daten in den USA (hier die
Die Big Brother Awards beziehen sich immer auf Einzelfälle, aber oft lassen sich Gemeinsamkeiten und Themen erkennen. Die Jury hat sich daher gefragt, welche Themen aktuell besonders "im Kommen" sind. Das Ergebnis:
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