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Di, 7. Oktober 2008
DER GROSSE BRUDER
2000 - 2008 |
01.12.2007
Einkaufen mit Fingerabdruck - Mißbrauch vorprogrammiert
Rülzheim
Der Chaos Computer Club (CCC) hat zusammen mit dem ARD-Magazin PlusMinus das neue biometrische Bezahlsystem bei Edeka überprüft. Mit gefälschten Fingerabdrücken demonstrierte der CCC die Sicherheitsprobleme; Edeka sieht jedoch keinen Handlungsbedarf.
Vor Damit seien die Behauptungen der Biometrie-Befürworter und -Hersteller, daß so etwas – wenn überhaupt, nur im Labor – möglich sei, nachdrücklich widerlegt. Während der Marktleiter sichtlich über den Ausgang des Experimentes überrascht war, sehen die Verantwortlichen von Edeka keinerlei Handlungsbedarf. Die Systeme seien sicher - im Gegensatz dazu die Stellungnahme des CCC: "Fingerabdruck-Systeme, wie sie bereits in den neuen biometrischen Reisepässen zum Einsatz kommen und für den Personalausweis geplant sind, können mit einfachen Mitteln überlistet werden und bieten keinerlei nennenswerte Sicherheit." Tatort des Experimentes war der Edeka-Markt in Rülzheim. In diesem Lebensmittelmarkt, wie auch in über einhundert weiteren Edeka-Fillialen, wird in einem groß angelegten Versuch den Kunden die Bezahlung vom – allein von ihrem Fingerabdruck geschützten – Kundenkonto angeboten.
Wie schon vor drei Jahren vom CCC in einem einfach nachzuvollziehenden Der Chaos Computer Club rät daher dringend von der Benutzung biometrischer Bezahlsysteme ab; nicht zuletzt weil die Haftungsfrage völlig ungeklärt ist. Was ist, wenn ein Dritter mit meinem Fingerabdruck auf meine Kosten einkauft? Die Nachweispflicht bleibt beim Kunden. Überträgt man das Szenario auf Grenzkontrollstellen, wo Fingerabdruckleser für die Paßkontrolle installiert werden, ist nach dem CCC zu befürchten, daß die Sicherheit des bisher als eines der sichersten Dokumente der Welt eingeschätzten Dokuments mit Einführung des ePass untergraben statt verbessert wird.
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