Nun greift man also in die Trickkiste und will Flughäfen mit der neuesten Technik absichern – Biometrie, d.h. durch die Überwachung mit Hilfe eindeutiger biologischer Merkmale. Durch Gesichtserkennungssoftware sollen nun gesuchte Terroristen an Flughäfen aussoritert werden, so die Theorie. Doch abgesehen von der Überwachungsproblematik kommen auch große praktische Probleme dazu.
Nachdem Biometrie durchaus als Mittel dienen kann, Zugangsberechtigungen zu verifizieren, ist dies hier ein anderer Fall. Und sogar im ersten Fall ist Biometrie nicht als einziges Tool sicher genug, wie ein älterer Text bereits zeigt. Jedoch ein Punkt der Probleme der Biometrie ist bereits weitgehend gelöst: Die Eindeutigkeit der Identifizierung des Einzelnen. Aber eben nur weitgehend, d.h. diese Systeme haben eine Sicherheit von 99,999% erreicht. Jetzt nehmen wir einmal an, einer unter 1 Mio. Fluggästen sei ein Terrorist (sehr hoch angesetzt) und jeder davon wird erkannt. Doch gleichzeitig werden 0,001% Fehlalarme gegeben, also auf jeden erkannten Schwerverbrecher kommen 1000 falsch erkannte Personen. Nicht besonders sinnvoll.
Und dann kommt ein weiterer wichtiger Punkt hinzu, der immer bei der Überwachung auftaucht: Die Datenbank, die als Grundlage für die Suche dient. Und darin ist schone eine Menge an Problemen enthalten, unter anderem die Frage, wer darin aufgenommen werden soll. Sollen Vorstrafen bei bestimmten Gesetzesverstößen dazu nötig sein, oder genügt schon die Mitgliedschaft in einer Vereinigung, die vom Geheimdienst beobachtet wird? Und was ist, wenn eine Person fälschlicherweise in der Datenbank auftaucht? Ist sie dann gezwungen, ihre Unschuld zu beweisen, also wird die Beweislast wieder umgekehrt.
Gewiß könnte jeder Terrorist erkannt werden, doch der Aufwand ist nicht zu verantorten: Die finanziellen Kosten für die Installation eines solchen Systems würden in die Milliarden gehen und die Freiheit des einzelnen Fluggasts würde zu sehr eingeschränkt.